Russland trägt die Schuld an der Existenz von Al Qaida!

Halbwahrheiten. Jeder kennt mindestens eine oder hat selbst schon mal eine verbreitet. Privat mag das noch irgendwie vertretbar sein, aber wenn man so etwas in einer Zeitung abdruckt oder ins Netz stellt, dann muss man mit erheblichen Gegenwind rechnen.

Aktuelles Beispiel.

In der FAZ, im Leuchtturm-Blatt der bürgerlichen Gesellschaft und des Qualitätsjournalismus musste ich gerade einen solchen undifferenzierten Blödsinn lesen und ertragen.
Selten habe ich derartige Halbwahrheiten in einem Medium gelesen, als wie hier.

FAZ

Geschichtlicher Hintergrund:
Afghanistan war zu Zeiten der Sowjet-Union von bolschewistischen Truppen besetzt und das dortige Volk wurde drangsaliert und unterdrückt. Unter dieser brodelnden Masse bildete sich eine noch sehr unorganisierte Gruppe von islamistischen Guerilla-Kämpfern heraus. Auf diese Gruppierung worden die USA aufmerksam und bildeten eben diese Leute aus und versorgten sie mit Geld und Waffen. Diese Glaubenskrieger nannten sich Mudschaheddin.
Nach dem die Mudschaheddin die sowjetischen Truppen vertrieben hatten, überließ man sie ihrem Schicksal. Eine Spaltung folgte in lauter kleinere Terror-Gruppen. Die zwei Größten davon sind heute bekannt unter den Namen: Al Qaida und Al Nusra. Al Nusra ist ebenfalls Teil der „Freien Syrischen Armee“, die unter anderem von den USA unterstützt wurden/werden in Syrien gegen den Kampf gegen Assad und gegen Al Qaida führt man seit dem 11. September Krieg.

Fazit:
Die USA und die Sowjet-Union (NICHT das damalige Russland) sind also Schuld am heutigen „Krieg gegen den Terror“. Es ist nicht die alleinige Schuld Russlands, dass Al Qaida heute existiert, wie es im Artikel der FAZ dargestellt wird.

Quellen:
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/al-quaida-russische-aggression-und-saudische-ideologie-12910511.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Mudschaheddin

http://www.spiegel.de/politik/ausland/al-qaida-in-syrien-wer-hinter-der-terrorgruppe-al-nusra-steckt-a-876552.html

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  1. #1 von alphachamber am April 26, 2014 - 2:44 pm

    ich stimme Ihnen hier zu. Die Ungenauigkeiten sind noch vielfältiger. 1.Die originalen Mudschaheddin hatten garnichts mit Al Quaida zu tun. 2. Al Quaida ist (war) keine afghanische Organisation und ist 3. eher Resultat des US Imperialismu, wie Sie schrieben. Dazu kommt der direkte Einfluss und die Machenschaften des Pakistanischen Geheimdienstes.
    (Generell ein freundlicher Hinweis: Beziehen Sie sich möglichst nicht auf Wiki-Quellen. Die werden ebenfalls von unterschiedlichen Interessen verfasst. Deutlich wird dies, wenn Sie z.B. die deutsche Wiki-Seite mit dem Inhalt der englischen zu gleichen Thema vergleichen – da finden sich z.T. gravierende Unterschiede.)
    Nette Grüße

  2. #2 von Florian Hohenwarter am April 26, 2014 - 5:55 pm

    „Seit dem 5. Dezember 1978 hatte die prosowjetische Regierung der Demokratischen Volkspartei Afghanistans einen „Freundschafts- und Beistandspakt“ mit der Sowjetunion, wonach die afghanische Regierung sowjetische Hilfe in Anspruch nehmen könne, wenn sie in Gefahr ist. Zwischen dem 17. März 1979 und dem 12. Dezember 1979 hatte die Regierung unter dem Staats- und Regierungschef Hafizullah Amin einundzwanzigmal um Militärhilfe der Sowjetunion gebeten, da sie sich immer mehr von den fundamentalistisch-islamistischen Kräften unter Druck gesetzt sah.

    Gemäß der offiziellen amerikanischen Version der Geschichte begann die Unterstützung der Mudschahidin durch die CIA erst im Laufe des Jahres 1980, also nach dem Eingreifen der sowjetischen Armee in Afghanistan am 24. Dezember 1979. Laut einem Interview Brzezińskis mit der französischen Zeitschrift „Le Nouvel Observateur“ vom Januar 1998 setzte die amerikanische Unterstützung der fundamentalistischen Mudschahidin dagegen schon am 3. Juli 1979 ein, also fast ein halbes Jahr vor der Invasion. Präsident Carter unterschrieb an diesem Tag die erste Direktive für eine geheime Unterstützung der Mudschahidin. Brzeziński war sich bewusst, dass diese Aktionen das Risiko für eine militärische Intervention der Sowjets erheblich erhöhen würden.“

    So steht es im Wikipedia-Artikel von Zbigniew Brzezinski.

    Jetzt stellt sich die Frage, kann man der Sowjetunion vorwerfen, dass sie einem „Bruderstaat“ die vertraglich zugesagte Hilfe geleistet haben. Laut dem Afghanistan-Eintrag bei Wikipedia haben sich die Mudschaheddin gegen eine Alphabetisierung der Landbevölkerung gewehrt, die die neue Demokratische Volksrepublik Afghanistan durchführen wollte.

  3. #3 von Buntu am April 26, 2014 - 5:59 pm

    Vielleicht magst Du Deine Linksammlung um zwei ergänzen:
    http://www.counterpunch.org/1998/01/15/how-jimmy-carter-and-i-started-the-mujahideen/
    und
    http://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Cyclone

    Dann schließen sich einige Kreise.

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