Gedanken zur Zeit

Eine neue Enthüllung im Überwachungsskandal da, ein bisschen Rassismus dort und eine Koalitionsverhandlung hier. Zwischendrin ist man selbst gefangen im eigenen Alltag oder man muss sich gerade an neue Gegebenheiten anpassen. Und wenn man mal zur Ruhe kommt, die Gedanken schweifen lässt, dann fallen einem die merkwürdigsten Dinge auf. Hier ein paar Beispiele von mir:

Die Herabsetzung des Tieres als fühlendes Lebewesen

Der Mensch unterscheidet sich vom Tier durch seine Fähigkeit für die Zukunft zu planen, da er an einer Instinktarmut leidet, sein Körper in jeglicher Hinsicht Mängel aufweist (fehlendes Fell, keine Klauen, Reißzähne für das Erlegen von Beute, viel Schutzbedürftigkeit nach der Geburt bis ins Teenageralter hinein usw.), jedoch befähigt ihn das nicht dazu, sich über andere Lebewesen zu stellen. Aber genau das wird einem erstmal deutlich, wenn man an der Fleischtheke vorbeigeht oder sieht wie Massentierhaltung aussieht. Parallel dazu spiegelt sich auch in unserer Sprache eine Abfälligkeit ab. Hier einige Beispiele:  dumme Kuh, blöde Sau, doofe Ziege/Zicke, du Affe, Rabenmutter, diebige Elster, sturrer Esel, Schweinepriester, dreckiges Schwein, du frisst wie ein Schwein usw. Wir alle kennen diese Bezeichnungen, denn sie sind teilweise steinalt und entsprechen aus heutiger Sicht nicht den Tatsachen, dennoch wirken sie auf uns und wir verbinden Tiere mit bestimmten Eigenschaften, um ein Gegenüber zu beleidigen oder ihn verbal herabzusetzen. Hierbei setzen wir nicht nur jemanden herab, sondern zeigen Tieren auch, dass sie nicht auf einer Stufe mit uns stehen. Natürlich wäre es schwierig Tierrechte in die Welt zu setzen, da mit Tieren in jeder Kultur anders umgegangen wird, einige sind heilig, andere hat man zum Fressen gerne. Nichtsdestotrotz haben auch Tiere Gefühle und nur weil wir uns nicht mit ihnen verständigen können, wie mit unseren Mitmenschen, heißt das nicht, dass sie zum Essen geboren werden für uns.

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Die Marken“vielfalt“

So ziemlich jeder muss irgendwann mal einkaufen gehen, aber nur wenige finden heraus, dass sehr viele Marken zu einer Firma gehören und so ihren Profit maximieren, indem sie eine größere Auswahl schaffen. Daran ist auf den ersten Blick nichts verwerflich, aber wer zum Beispiel nicht Nestlé in Hände „kaufen“ will, der wird in sehr kurzer Zeit sehr große Augen machen, denn er kann folgende Produkte nicht mehr kaufen (ich kann leider nicht alle aufzählen): After Eight, Bärenmarke, Cini Minis, KitKat, Lion, Maggi, Möwenpick, Nespresso, Nesquick, Nuts, Schöller, Smarties, Tomy, Vittel usw. Der restlichen über 100 Marken sind hier zu finden -> Wikipedialiste zu Nestlé-Marken. Dasselbe gilt für Coca Cola, denn auch hier zählen einige Marken darunter, die man nicht vermutet hätte als Ottonormalverbraucher: Apollinaris, Nestea, Mezzo Mix, Lift, Georgia, Powerade, Bonaqa. Es wird sehr deutlich in welcher Zwickmühle man sitzt, wenn man seinen Konsum so umstellen will, dass möglichst wenige Menschen zu schaden kommen (ja, durch Nestlé und Coca Cola kommen Menschen zu schaden, wie zum Beispiel in Afrika). Die Übersicht anklicken zum Vergrößern.

Die CDU/CSU wurde nicht mit 41,5% von ALLEN Wahlberechtigten gewählt

Leider glauben einige Menschen wirklich, dass 41,5% der deutschen Wahlberechtigten CDU/CSU gewählt haben. Das aber stimmt nicht. Sie wurden mit 41,5% von allen, die wählen waren gewählt, das heißt Nicht- und Ungültig-Wähler wurden vernachlässigt bzw. rausgerechnet. Mit Berücksichtigung dieser, sieht das Wahl-/Nicht-Wahlergebnis so aus (anklicken zum Vergrößern):

1244352_576667879062353_1394941520_oHeißt also, dass nicht mal ein Drittel der Wahlberechtigten CDU/CSU gewählt haben und dass die Nicht- und Ungültig-Wähler alles in der Hand gehabt haben. Hier auch mal eine kleine Statistik, wie die Altersverteilung war für die CDU/CSU-Wähler (anklicken zum Vergrößern):

ZDF_AlterJe älter die Menschen, desto mehr wählen CDU/CSU. Ob das darin liegt, dass die ältere Generation zu großen Teilen bereits senil ist oder ob sie engstirnige Stammwähler sind, keine Ahnung und darüber kann ich nicht urteilen, dass müsste man statistisch einmal erheben.

Ich habe ja nichts zu verbergen, also auch nichts zu befürchten

Das ist wohl der beliebteste Spruch von ahnungslosen Menschen zur Stasi… ähm NSA-Überwachung. Dieser Satz hingt nicht nur von der Logik, sondern scheitert ebenfalls gnadenlos an der Realität.

Warum ist der Satz logisch falsch?

Um zu wissen, ob man etwas zu verbergen hat, muss man wissen wonach die NSA sucht. Und das weiß leider niemand so genau. Vielleicht ist die NSA heute auf der Suche danach, wie viele Deutsche dieses Thema ignorieren?

Warum scheitert dieser Satz an der Realität?

Es gibt keine Menschen ohne Geheimnisse. Egal wie klein und unbedeutend sie sein mögen. Außerdem hat Ilija Trojanow, deutscher Schriftsteller, kein Geheimnis aus seiner stark kritischen Haltung gegenüber der NSA-Überwachung gemacht und unterzeichnete eine Petition gegen eben diese und schrieb einen offenen Brief an die Bundeskanzlerin, woraufhin er ein „befristetes“ Einreiseverbot in die USA bekam. Kurz:

JEDER, egal ob er etwas zu verbergen hat oder nicht, hat etwas zu befürchten.

Auch wenn es momentan NUR das Einreiseverbot in die USA ist und die Überwachung, aber in zeitnaher Zukunft kann man sich warm anziehen, wenn man seine Grundrechte wahrnimmt.

Mittlerweile ist es Herrn Trojanow gelungen in die USA einzureisen und äußerte sich folgendermaßen (Quelle: Spiegel Online):

„Ich hatte das Glück, dass sich die Medien für meinen Fall interessierten. Wegen des Drucks haben die amerikanischen Behörden das Einreiseverbot zurückgezogen. Aber nicht jeder hat so viel Glück wie ich.“

Die letzte Ehre erweisen – R.I.P. Dieter Hildebrandt

Der einflussreichste deutsche Kabarettist, Dieter Hildebrandt ist tot. Der Mann hat niemals mit seinem spitzen Humor aufgehört zu sticheln und alleine dafür muss man Ihn als demokratische Bereicherung ansehen. Deshalb will ich Ihm auch hier die letzte Ehre erweisen. Möge es einen Himmel geben, wo Sie Ihre „Klein“kunst weiterführen können.

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