Deutschlands Parteien – Die jahrelange Selbstentwertung

Nicht nur das Nicht-einhalten von Wahlversprechen ist der Grund für die sinkende Wahlbeteiligung in DE, sondern auch der Verlust der innerparteilichen Werte hat sein Übriges dazu beigetragen. Die Nicht-Wähler werden wissen wovon ich schreibe, sowie manch anderer.

Wertecheck

CDU – Christlich Demokratische Union Deutschlands

Jeder halbwegs politisch Bewanderte muss lachen, wenn er die Worte „Christlich“ und „Demokratische“ liest. Nicht weil er es so witzig findet. Nein. Es ist eine Mischung aus absolutem Unverständnis des Namens und der politischen Entscheidungen, die diese Partei jemals getroffen hat. Diktatoren unterstützt für billiges Erdöl, massive Rüstungsproduktion, militärische Einsätze der Bundeswehr, die außerhalb ihres Einsatzbereiches liegen, die Nicht-Eindämmung des undemokratischen Lobbyismus, die Abgabe von Macht an die EU, die kaum etwas mit Demokratie zu tun hat, die Fortführung der Agenda 2010, die Verstärkung der Schere zwischen arm und reich und und und.

All das, hat mit christlichen und demokratischen Werten nichts mehr zu tun. Jeder Mensch, der sich auf christliche Werte beruft KANN und DARF die CDU eigentlich nicht wählen. Das einige es dennoch tun, kann man schon beinahe als Sünde sehen. Quasi, indirekte Beihilfe zum Mord durch das Kreuzchen bei CDU. Übertrieben? Nein, das denke ich nicht. Es gab auch aufRECHTE, christliche Menschen, die Hitler unterstützen, es scheint also entweder eine Farce zu sein, sich überhaupt den christlichen Werten zu verschreiben oder der Spielraum, was man unter christliche Werte versteht ist dermaßen weit dehnbar, dass man praktisch das Gegenteil von dem machen kann, was sie vorgeben zu sein.

Also entweder nennt sich die CDU nur noch UD/UvD -Union Deutschlands/Union von Deutschland- oder sie wird ihrem Namen gerecht und bekennt sich zu ihren Wurzeln.

SPD – Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Die Partei mit der historisch wertvollsten Vergangenheit und zugleich die ehemals wichtigste Partei für die Mittelschicht. Aber auch die SPD hat sich im Laufe der Jahre von ihren sozialdemokratischen Werten verabschiedet, zwar nicht ganz, aber zum Großteil. Die Agenda 2010, die zur erhöhtem Wettbewerbsfähigkeit von DE geführt hat, hat ihre Narben im politischen Vertrauen der SPD hinterlassen. Sinkende Arbeitslosenzahlen, weil Hartz-IV-Empfänger nicht dazu zählen und der Raum für prekär Beschäftigte sich massiv vergrößert hat. Diese Schicht wird auch als Prekariat bezeichnet. Menschen, die Angst haben müssen um ihre Existenz, die keinerlei Chance haben ihre Situation zu verbessern und gesellschaftlich kaum Anerkennung haben. Die Paralleln zum Proletariat sind so immens groß, dass man beides eigentlich sogar gleichsetzen kann. Die SPD hat also nicht die Mittelschicht gestärkt, die sie vertreten wollen, sondern den stetigen Abstieg in die Unterschicht ermöglicht. Daran ist nichts sozial und demokratiefördernd war es ebenso wenig. Aber auch die SPD hat mit den Grünen zusammen die Vergangenheit vergessen und den Afghanistaneinsatz durchgewunken. Man bedenke, dass die SPD 1949 bis 1966 gegen die Wiederbewaffnung DEs war und während ihrer Regierungszeit mit den Grünen (1998 bis 2002 und dann von 2002 bis 2005) die Rüstungsexporte in die nächst höhere Dimension gehoben haben.

Auch hier wieder: Entweder die SPD lässt das „S“ weg oder sie nennt sich um in Schwach-sozialdemokratische Partei Deutschlands.

Die Grünen

Die einst so ultrapazifistischen Grünen haben sich beinahe genauso schnell vom Pazifismus verabschiedet, wie eine Eintagsfliege von ihrem (nicht immer) eintägigen Leben -manche Eintagsfliegen leben nur wenige Minuten. Das Grüne der Partei ist hierbei zwar geblieben, aber ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit können nicht mit der entscheidenen Kraft durchgesetzt werden, was in der rot-grünen Regierung erkennbar wurde.

Die Grünen können ihren Namen genau so beibehalten, aber ich hoffe dass sie zum Pazifismus zurückkehren, sonst haben sie nichts aus der Geschichte gelernt.

FDP – Freie Demokratische Partei

Die liberalen Werte sind enorm wichtig in einer Demokratie und müssen jeder Zeit geschützt werden. Der alte Liberalismus, der die Freiheit des Individuums an erste Stelle setzte ist in der FDP untergegangen. Das Einzige was an der FDP „frei“ ist, ist scheinbar die eigene Wahl von wem man sich kaufen lässt bzw. mieten, da jeder mal ran darf. Dadurch ist auch Lobbyismus bei der FDP immer erwünscht, was zur Folge hat, dass „Demokratie“ ganz ganz klein geschrieben wird. Die FDP steht für den Neoliberalismus, der eine der unsozialsten und ungerechtesten politischen Kräfte in sich hat, die abgeschafft und verboten gehören. Alleine Philipp Rösler ist der Beweis für die Unwählbarkeit dieser Partei -er verkörpert nicht einmal im Ansatz den alten Liberalismus.

Die FDP sollte also das „D“ streichen und sich „Freikäufliche Partei“ nennen oder besser „Lobby Partei Deutschlands – LPD“

Die Linke

Bei der Linken kann man kaum eine Entwertung feststellen, da sie noch niemals in der Regierung war. Allerdings sind in der Linken zwei politische Strömungen -die „normal“ Linken und die Ultralinken, die sich teilweise auf den Marxismus oder Kommunismus berufen. Das Zweitere wird wohl der Grund sein, warum die Linke mancherorts Probleme hat überhaupt gewählt zu werden. Aber keiner kann sagen, was, von dem was sie sagen, genau so umgesetzt wird, wenn sie in die Regierung gewählt werden, aber das konnte man bei keiner Partei zuvor, also hat man demzufolge auch nichts zu verlieren, außer das letzte Fünkchen Hoffnung in die Demokratie.

Wenn die Linke, nach einer Regierungsbeteiligung, genauso versagt, wie die Obigen, dann wird es in DE Zeit für einen gesellschaftlichen und politischen Wandel. Und ob dieser unblutig gehen wird, das wage ich zu bezweifeln. Er muss aber vor allem frei von nationalistischen Strömungen sein, sonst stürzen wir erneut ins Chaos, was bedeuten würde, dass wir auch in diesem Szenario der Geschichte den Rücken gekehrt hätten.

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  1. #1 von giovanni gruen am August 10, 2013 - 6:00 pm

    …die „Linke“ saß schon in der ein oder anderen Regierung und ist dort ebenso „verbrannt“ siehe Berlin…

    • #2 von erikschueler am August 10, 2013 - 6:06 pm

      Ich meinte die Beteiligung in und an der Bundesregierung. Nicht die Bundesländerregierungen, die können kaum etwas machen.

  2. #3 von AntiTerrorist am August 11, 2013 - 9:56 am

    Links vs. Rechts

    mit Kreide auf den Marktplatz gemalt, per WebCam in die Welt
    http://www.file-upload.net/download-7947139/Links_vs_Rechts.mp4.html

  3. #4 von alphachamber am August 11, 2013 - 2:33 pm

    @erikschueler:
    Gut gemacht!

  4. #6 von Mensch am August 13, 2013 - 4:03 pm

    Die Selbstentwertung der SPD hatte bereits in der Entwicklung das GG stattgefunden:
    „Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, 23. Mai 1949
    Einführung

    Mit dem Auseinanderfallen der Anti-Hitler-Koalition nach 1945 und der allmählichen Herausbildung des Ost-West-Gegensatzes bis 1948 entstanden sowohl in der Sowjetischen Besatzungszone als auch in den drei Westzonen übergreifende politische Strukturen. Es war unverkennbar, daß die Entwicklung auf die Bildung zweier deutscher Staaten hinauslief. ….

    … Weniger durchschlagskräftig agierten die Gewerkschaften, die ihre Forderungen nach Aufnahme von sozial- und wirtschaftspolitischen Bestimmungen (soziale Grundrechte) nicht durchzusetzen vermochten. Dies lag vor allem an der SPD, die die Gewerkschaften in dieser Frage nicht unterstützte. …“
    http://www.1000dokumente.de/index.html?c=dokument_de&dokument=0014_gru&object=abstract&st=&l=de und dann unter „Einführung“

    Aber das war vermutlich allen egal, da alle mit dem Wiederaufbau und mit sich selbst beschäftigt waren/wurden.

  1. Deutschlands Parteien – Die jahrelange Selbstentwertung | volksbetrug.net
  2. Die christlichen Werte in der CDU | Mission: "Phönix"

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