Eine neue Ebene der Evolution?

Mit der industriellen Revolution ist etwas ins Rollen gekommen, dass unser Leben entscheidend verändert hat und uns heute immens prägt. Die Technik. Immer größer, kleiner, schneller, langsamer, komplexer und einfacher waren die Devisen. Der gegenwärtige technische Fortschritt hat eine Geschwindigkeit erreicht, die so schnell ist, dass ein Großteil der Menschen nicht einmal weiß auf welchem Stand wir sind und wie bestimmte Geräte funktionieren. Wir kommen auch nicht mehr hinterher mit den Technikauswirkungen auf unser Leben und unseren Geist. Wir haben also einen Punkt erreicht in der menschlichen Geschichte, der, im Vergleich zur mechanischen Entwicklung, einen geistigen Stillstand gleicht.

Die Idee für Querschnittsgelähmte Schnittstellen zu entwickeln damit sie mit Kraft ihrer Gedanken Geräte kontrollieren können ist sicherlich eine gute Sache, aber einen absolut gesunden Menschen zu modifizieren für eine gesteigerte Leistungsfähigkeit ist etwas Fragliches. Egal ob wir die Technik, die Biologie, die Bionik oder die Nanotechnologie betrachten sie richten sich alle nach einem Ziel. Die Verbesserung des Menschen. Eine neue Form des Menschen, der Übermensch? Jemanden genauso gut zu machen wie der Großteil ist, ist etwas Positives, aber jemanden besser zu machen als der Großteil ist, ist ethisch und moralisch verwerflich. Aber was ist, wenn wir nahezu alle Menschen auf eine neue Stufe der Evolution hieven? Sind wir dann alle Übermenschen? Sind wir dann noch Teil der Evolution?

Ich glaube wir verlassen den Bereich der Evolution, denn dieser gilt nur für die natürliche Anpassung eines Lebewesens an sein Umfeld von Generation zu Generation. Dies ist mit einer selbstgestalteten Anpassung von Menschenhand nicht mehr gegeben, denn wir werden selbst zum Erschaffer und lassen uns nicht mehr erschaffen. Wir erreichen damit eine Ebene, die mit einem Gott zu vergleichen ist.

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  1. #1 von Alien am Oktober 25, 2012 - 4:41 pm

    „Jemanden genauso gut zu machen wie der Großteil ist, ist etwas Positives, aber jemanden besser zu machen als der Großteil ist, ist ethisch und moralisch verwerflich.“

    Ich höre das seit Kindesbeinen. Spätestens nach dem Buch von Aldous Huxley frage ich mich ganz ernsthaft: Warum? Warum soll es verwerflich sein, über sich hinauszuwachsen? Eine wirklich befriedigende Antwort habe ich darauf nicht gefunden.

    • #2 von erikschueler am Oktober 25, 2012 - 4:54 pm

      Moment. Ich wollte eigentlich nicht auf das „Über-sich-hinaus-wachsen“ zu sprechen kommen. Dagegen habe ich ja nichts, weil es die Grenzen des Menschsein sind, aber das auf was wir zusteuern ist fernab von Menschsein.

      • #3 von Alien am Oktober 25, 2012 - 6:06 pm

        Gut dann mal konkret: Jemand lässt sich seine Arme und Beine amputieren und durch stärkere und schnellere Prothesen ersetzen. Dann noch das Herz durch eines ohne Infarktgefahr und warum nicht gleich auch noch sämtliche inneren Organe bis auf das Gehirn. Wäre das ethisch fraglich, wenn er es freiwillig tut?

      • #4 von erikschueler am Oktober 25, 2012 - 6:20 pm

        Naja, etwas irre wäre das schon, aber auf die Zukunft gesehen vielleicht nicht ganz unrealistisch. Ich glaube aus heutiger Sicht würde es auf immense Abneigung stoßen, aber später in der richtigen Zeit vielleicht nicht unbedingt. Ethisch verwerflich wäre es, wenn er Organe von anderen sich einfach nehmen würde, weil er sie nur möchte und nicht wirklich zum Überleben braucht.

      • #5 von Alien am Oktober 25, 2012 - 6:22 pm

        Na dann sind wir schon einer Meinung, aber was meintest du dann mit der von mir zitierten Aussage?

      • #6 von erikschueler am Oktober 25, 2012 - 6:35 pm

        Ich meinte das in Bezug auf technische oder genetische Verbesserungen am Körper.

      • #7 von Alien am Oktober 25, 2012 - 7:51 pm

        Mein Beispiel oben beschreibt doch eine technische Verbesserung, mit der du ethisch keine Probleme hast, nur verständlicherweise emotional.

      • #8 von erikschueler am Oktober 25, 2012 - 8:07 pm

        Ich bin auch davon ausgegangen, dass wir das Jahr 2050 schreiben oder so. Dann wäre es „normal“, aber wenn es heute möglich wäre und man sich nur verbessern lassen will um besser sein zu wollen, dann ist das ethisch nicht vertretbar, genauso wie Doping nicht ethisch und moralisch vertretbar ist. Moral und Ethik orientieren sich ja an der Gesamtheit der von uns akzeptierten Normen und Werte. Da ein Großteil einen Menschen mit diesen Hang zum Bessersein-um-jeden-Preis nicht toleriert ist es nicht moralisch und ethisch vertretbar.

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