Werteverlust

Seinen Prinzipien treu zu sein und an ihnen festzuhalten ist in unserer heutigen Zeit kaum noch zu erkennen. Viele leben pragmatisch und suchen nur ihren eigenen Vorteil und wenn das heißt andere zu benachteiligen, dann nimmt man es auch in Kauf. Getreu dem Motto: „Wenn jeder an sich denkt, dann ist an alle gedacht.“ Eine starke Ähnlichkeit zur Wirtschaftsordnung ist also erkennbar mit dem freien, (un)sozialen Aspekten und dem Wettbewerb. Die Devise lautet: „Ellenbogen raus für eine ‚soziale‘ Gesellschaft!“ Ein klassisches Paradoxon. Das Kredo sollte eigentlich in einer Gesellschaft und in einer Wirtschaft lauten: „Hände reichen für eine soziale Gesellschaft!“

Leider glauben viele noch an einen „guten“ Krieg. Krieg ist aber das beste Beispiel für menschliches Versagen. Egal unter welchen Gesichtspunkten man es betrachtet, wer Waffengewalt einsetzt um Frieden schaffen zu wollen, wird nur den Frust und die Wut derer spüren, welche zu Schaden gekommen sind durch die Waffengewalt. „Gewalt erzeugt immer Gegengewalt.“ Diese Binsenweisheit kennt jeder, aber die die sie befolgen müssten missachten sie. Stéphane Hessel betonte es auch in seinen Publikationen „Empört Euch!“ und „Engagiert Euch!“ mit folgendem Satz: „Wir müssen den Weg der Gewaltlosigkeit gehen lernen.“ Und dieser Satz hat in unserer heutigen Zeit mehr Bedeutung als jemals zuvor. Ich erinnere nochmal an Mitt Romney, der offen als Wahlversprechen geäußert hat, dass er Israels Präventivschlag gegen den Iran unterstützen wird. Solche Menschen gehören eigentlich eingesperrt. Wer offen verspricht bei der Tötung von Menschen behilflich zu sein, der kann und darf nicht Präsident werden und sollte ernsthaft über seine innere Wertehaltung nachdenken.

Den Werteverlust erkennt man aber auch in der Politik in Deutschland. Die FDP zum Beispiel ist bekannt dafür, dass man sie kaufen kann für bestimmte Gesetze. Eigentlich eine Form der Prostitution nur auf Werteebene. Jedoch kann man sie rein theoretisch nicht kaufen, denn sie müsste gemietet werden, denn kaufen kann man eine Sache nur einmal. Über den Werteverlust der CDU habe ich mich schon in dem Artikel „Ist die CDU konservativ?“ ausgelassen.

Wir müssen also endlich wieder an sozialen, humanistischen und demokratischen Werten arbeiten und diese verbreiten und zwar über alle Wege der Kommunikation, denn jeder der sie verbreitet wird schnell merken, dass diese Werte nachhaltig sind und niemals vom Tisch kommen werden.

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  1. #1 von ck am September 27, 2012 - 6:56 pm

    …gerade in deutschland sollte ein umdenken statt finden. soziale, demokratische und humanistische werte sind eine tatsache von kutliviertheit, weshalb man so schlecht „politik“ daraus schlagen kann. es geht um die verwirklichung einer menschenorientierten kultur!! joseph beuys mit seinen ideen zur „sozialen plastik“ (leider immer noch nicht verstanden vom gros der menschen) ist da, meiner meinung nach, bewanderter als irgendein „politiker“ es je sein könnte, da er verstanden hat, dass demokratie ein kulturelles phänomen ist und kein politisches system. man könnte also dem aufruf „empört euch“, den aufruf „kultiviert euch“ folgen lassen. ich hoffe, dass das auch geschieht!

  2. #2 von Paul W. am September 28, 2012 - 5:11 pm

    Zitat: „Wer offen verspricht bei der Tötung von Menschen behilflich zu sein, der kann und darf nicht Präsident werden und sollte ernsthaft über seine innere Wertehaltung nachdenken.“

    Da gebe ich Dir Recht. Aber ein Mensch, der Unschuldige durch Drohnen tötet, der Libyen bombardieren läßt, ein Gefängnis wie Guantanamo betreibt und und und, ist auch kein besserer Präsident.

    Also zwei Übel nebeneinander? Die logische Konsequenz der Demokratie – das geringere Übel wählen.

    »Allein durch ihr Verdienst kommen Politiker, wenn überhaupt, nur selten an ihr Amt, am wenigsten in demokratischen Staaten. Sicher, manchmal passiert es dennoch, aber nur aufgrund eines Wunders. Sie werden normalerweise aus ganz anderen Gründen gewählt, führend darunter ist schlicht ihre Fähigkeit, die intellektuell Unterprivilegierten zu beeindrucken und zu begeistern …“
    Quelle: „Wettbewerb der schlechten Menschen“
    http://www.apriorist.de/modx/magazin/0302-wettbewerb.html

    • #3 von erikschueler am September 28, 2012 - 6:02 pm

      Obama versprach ja die atomare Abrüstung und bekam dafür schon den Friedensnobelpreis. Wenn ich behaupte, dass ich Kriege verhindern will bekomme ich keine Preis, weil ich erstmal etwas dafür tun muss.
      Das geringere Übel bräuchte man nicht wählen, wenn endlich Wirtschaft von Staat stärker getrennt werden würde. Damals musste man ja auch Staat von Kirche trennen, weil es einfach nicht funktioniert hat. Wir brauchen mehr Idealisten als Politiker, die für ihre Überzeugungen kämpfen und sich nicht von Wirtschaftsbossen kaufen lassen. Wir brauchen die „Dichter und Denker“ zurück um die Gesellschaft zum Umbruch zu bringen.

  3. #4 von dieandereperspektive am September 29, 2012 - 3:39 pm

    „Gewalt erzeugt immer Gegengewalt.“ Stimmt zwar, ist aber nur dann gefährlich, wenn man nicht weis, wann man damit aufhören muß. Denn bislang gab es keinen Krieg, in dem niemand gewinnen wollte, sondern nur verhindern wollte. Wer nur verhindert, hört nämlich sofort damit auf, wenn er sicher sein kann, dass er sein Ziel erreicht hat. Setzt man wirklich keine Gewalt ein ist es so dass zur Zerstörung kein Gegengewicht geschaffen wird und damit die Niederlage vorprogrammiert ist. Wenn dich einer schlägt. so schlage zuruck und zwar so lange, bis er es aufgibt dich zu schlagen. Kein weiterer Groll, keine Rache, keine Vergeltung, lediglich Wiedergutmachung.

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