Unsere materialistische, kapitalistische Gesellschaft

„Das Sein bestimmt das Bewusstsein.“

Das ist der Leitspruch unserer kapitalistischen, materialistischen Gesellschaft, das heißt:

„Hast du was, dann bist du was. Hast du nichts, dann bist du nichts.“

Heute haben die 500 reichsten Menschen 2/3 des gesamten Vermögens in ihren Besitz, daraus ergibt sich, dass 6.999.999. 500 nichts sind. Das stimmt natürlich nicht, denn die 500 Leute können ohne den „Rest“ kaum noch etwas erwirtschaften was sie dann noch kaufen könnten, außer vielleicht, das was erwirtschaftet wurden ist und das ist… mehr als zu viel für diese 500 Menschen.

Vom weltweiten Geld blicken wir mal nach Deutschland und die Aufschwungsverteilung.

Da fällt mir die „Akkumulationstheorie“ und „Verelendungstheorie“ von Karl Marx ein.

„Durch industrielle Expansion und Vernichtung der Konkurrenz akkumuliert sich das Kapital der Besitzenden. Immer weniger Kapitalisten beuten immer mehr Lohnabhängige aus. Ihre immer größer werdende Macht erlaubt es ihnen, immer mehr Mehrwert“ –Mehrwert ist die überschüssige Produktionsleistung, welche nicht bezahlt wird- „an sich zu reißen. Es gibt immer weniger, aber umso kapitalstärkere Besitzende und immer mehr stetig verelende Arbeiter.

Zu der „Verelendungstheorie“ ein passendes Beispiel bei Spiegel Online:

Die Rückkehr der Proletarier

„Deutschland hat wieder ein Proletariat. Kennzeichen: geringe Entlohnung, wenig bis keine soziale Absicherung. Außerdem tendiert die gesellschaftliche Anerkennung gegen null, weshalb die Betroffenen ihre Arbeit oft als sinnentleert empfinden.“

Selbstfindung auf materieller Ebene

Die Fragen, welche man sich stellte, wenn man zu sich selbst finden wollte, lauteten damals:

„Wer bin ich?“, „Wer möchte ich sein?“ und „Wie sehen mich andere?“

Jedoch haben diese Fragen sich folgender Maßen verändert, zu Gunsten der freien, (un)sozialen Marktwirtschaft:

„Was muss ich sein?“, „Was muss ich werden?“ und „Was muss ich tun für Anerkennung?“

Auffällig wird jetzt, dass der Mensch von heute keine Wahl hat, denn das Prinzip des Marktes Survival of the Fittest gilt längst im Ablauf des Lebens, deshalb werden die neuen Fragen der Selbstfindung so beantwortet:

„Ich muss belastbar, flexibel, schnell lernfähig, verantwortungsvoll, tatkräftig, pünktlich, gepflegt, teamfähig, eigenständig, selbstbewusst, höflich sein.“

„Ich muss im wirtschaftlichen oder finanziellen Bereich arbeiten, weil ich nur so viel Geld verdienen kann und außerdem die besten Aufstiegsmöglichkeiten habe.“

„Ich muss Leistung bringen und andere Menschen hintergehen und fertig machen, denn nur so beweise ich, dass ICH der Fitteste bin.“

Unterstützt wird dieses Denken noch durch lebenslange Werbungen, in jeder medienfähigen Form, und den gesellschaftlichen Druck, der verursacht wird durch das kapitalistische Karussell, welches sich immer schnell dreht.

Martin Luther King und Albert Einstein bemerkten dieses Phänomen bereits, deshalb sagten sie ja auch:

„Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit.“ Martin Luther King

„Wenn die meisten sich schon armseliger Kleider und Möbel schämen, wie viel mehr sollten wir uns da erst armseliger Ideen und Weltanschauungen schämen.“ Albert Einstein

Das Ziel für die Zukunft lautet also, dass wir nicht den Klassenkampf als Antrieb zum Arbeiten nehmen sollten, sondern viel mehr dafür arbeiten, weil wir einen Sinn in unserer Arbeit sehen und somit ein nützliches Mitglied der Gesellschaft sind. Der Beruf muss zur Berufung werden. Der Lohn darf nicht mehr als „Schmerzensgeld“ betrachtet werden. Nein. Er muss als materieller Zusatz betrachtet werden und die erarbeitete Leistung als Lohn.

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  1. #1 von Dafoe am August 30, 2012 - 1:46 pm

    „Das Ziel für die Zukunft lautet also, dass wir nicht den Klassenkampf als Antrieb zum Arbeiten nehmen sollten, sondern viel mehr dafür arbeiten, weil wir einen Sinn in unserer Arbeit sehen und somit ein nützliches Mitglied der Gesellschaft sind. Der Beruf muss zur Berufung werden. Der Lohn darf nicht mehr als „Schmerzensgeld“ betrachtet werden. Nein. Er muss als materieller Zusatz betrachtet werden und die erarbeitete Leistung als Lohn.“

    Willst Du mich verarschen? Erst zählst Du eine Reihe Gründe auf, warum der Kapitalismus Scheiße ist. Du bringst sogar Karl Marx!

    Um mir dann zu sagen, nicht der Klassenkampf (also die Überwindung des Kapitalismus) ist der Weg sondern ich sollte für lau arbeiten und die Arbeit selbst als Lohn empfinden?

    Ich glaub es hackt!

    • #2 von erikschueler am August 30, 2012 - 2:26 pm

      Der Klassenkampf wird immer damit enden, dass die Armen wegen ihrer Anzahl die Reichen besiegen. Sofern hast du Recht mit „der Überwindung des Kapitalismus“. Die Schichtenspannung kann aber nicht ewig so weiter gehen, denn sie hat bisher nur Probleme gemacht. In einer Gesellschaft gegeneinander zu arbeiten ist nicht produktiv und führt zu Leid. Siehe Geschichte. Siehe Gegenwart.

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