Der kleinste, gemeinsame Nenner

Unser Wirtschaftssystem ist der Kapitalismus, aber er ist nicht nur bei uns vertreten. Nein. Er ist in zahlreichen Ländern auf der Erde am Wirken. Denn er wirkt bei denjenigen, die ihn beherrschen, absolut reibungslos. Es ist also nur *räusper* wenig Schmiergeld Schmiermittel von Nöten –die Menge macht’s halt. Zusammen mit der freien, sozialen Marktwirtschaft wird auch garantiert, dass das Recht des Stärkeren gilt, wie im Tierreich, und auch nur das am Markt bleibt was man halt braucht. An dieser Stelle eine kleine Bemerkung: „Es gibt mehr Handys als Menschen auf der Welt.“ Ja, das nennt man dann wohl… Vorsorge. Auch ist der deutsche Markt mehr als gesättigt mit Autos, deshalb haben wir auch zur Finanzkrise die Abwrackprämie als adäquates Konjunkturpaket schnüren müssen. Das was vom Markt verdrängt wird, wird verdrängt, weil es keiner haben will. Ein Autohersteller weniger in Deutschland hätte uns vermutlich zurück in die Steinzeit gebracht, laut der Regierungsangst vor der Finanzkrise damals.

Aber die Angst etwas zu verlieren ist in einigen Menschen so groß, dass sie alles in Kauf nehmen –auch beschissene Kredite bald. Wir versinken in einer rein materiellen Angst. Wir wissen nicht mehr wie man Abstinenz ausübt, denn der Verlust unseres Flatscreens bringt ein größeres Grauen mit sich als der Verlust einer Freundschaft. Jede Schramme im Auto drückt uns eher eine Träne raus als der Tod eines Onkels. Wir wollen nur noch mehr materiellen Reichtum haben, aber wissen nicht warum. Wir wissen nur, dass das was wir kaufen uns glücklich macht, denn man wollte es sich schon immer mal leisten, aber die Freude hält nur knapp zwei Wochen und dann ist der nächste Traum dar, welchen man sich sogar kaufen kann und dazu noch einen sinnlosen Zusatz, aber der fällt gar nicht auf, denn der blinde Konsum lässt alles Wertlose wertVOLL erscheinen und VOLL sind vor allem, die die ihr Glück kaufen, und zwar bei Aldi in Form von Alkohol mit der Aufschrift „Wodka Gorbatschow“ (dieser Satz geht an alle, die glauben, dass der Alkohol Probleme löst).

Der Kapitalismus packt unseren kleinsten, gemeinsamen Nenner:

„Je mehr ich habe, desto sicherer bin ich.“

Sicherheit = Vorrat an allem

Dieser Vorrat wird von der Gesellschaft erwirtschaftet und zwar immer mehr auf Biegen und Brechen, aber den meisten Menschen geht, dieses Konzept nicht auf, weil der Flatscreen das Problem verdeckt und der Audi ein passendes Objekt ist um vor der Verantwortung davonzulaufen davonzufahren.

Die Verantwortung für die nach uns lebenden Menschen tragen wir heute. Das Umsatteln auf ein System, welches uns nicht selbst zerstört ist nicht nur wünschenswert, sondern auf Kurz oder Lang unsere einzige Alternative. Das heißt der Wechsel weg vom Kapitalismus ist alternativlos.

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  1. #1 von Meinungsmacher am August 14, 2012 - 9:33 pm

    Wooord, Bro!!!

  2. #2 von Stefan Wehmeier am August 15, 2012 - 7:15 pm

    Alles, was die „hohe Politik“ seit Herbst 2008 unternahm, um das (noch) bestehende Elend zu verlängern, war insofern „alternativlos“, als dass die halbwegs zivilisierte Menschheit über „diese Welt“ nicht hinaus denken kann, bis die reale Angst vor Armageddon allgemein größer wird, als die seit Urzeiten eingebildete Angst vor dem „Verlust“ der Religion.

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/08/behandlung-eines-privatpatienten.html

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