Demokratischer Zerfall II

In meinem Artikel „Demokratischer Zerfall“ habe ich- wer hätte es gedacht- vom demokratischen Zerfall geschrieben, aber jedoch bin ich nur auf einen Grund eingegangen – Lobbyismus. Der zweite Grund ist, dass das Spiel namens „Demokratie“ viel leichter zu spielen ist mit Menschen, die sich echt Null für Demokratie interessieren, denn die meisten Berufstätigen sind nach der Arbeit so uninteressiert an Politik und so genervt von dem eigenen Nachwuchs, dass sie sich erst mal ein Bier aufmachen oder die Chips, während die Glotze läuft mit Fußball oder einem Unterhaltungsprogramm, welches auch garantiert nicht so auf den Magen Geist schlägt. Das Dogma des Kapitalismus heißt ja Wachstum und dieses entsteht halt nur aus einer 40- Stunden- Woche. Man kann also dem Arbeitstätigen nicht die Schuld geben, zumindest nicht ganz. Der junge Erwachsenenteil spielt da auch einen Part, aber auch hier gibt es Strategien um den homo politicus, d. h. einen politisch interessierten Menschen, erfolgreich abzutöten.

Hierzu ein Beispiel von Georg Schramm.

Eindrucksvoll nicht? Eine Rhetorik, welche schon den Bogen recht weit ausdehnt um die Menschen „dort abzuholen wo sie gerade stehen“, aber die nächste Stufe der Redekunst wäre allumfassend im „Abholungsbogen“ und unmöglich zu erreichen. Oder etwa doch nicht?

Im antiken Griechenland galt die Rhetorik als eines der wichtigsten Künste. Heutzutage sucht man die wahre Kunst des Redens vergeblich, denn das was die Politiker aussprechen, und da stimme ich Herrn Dombrowski zu, sagt nichts aus. Das was ausgesagt wird ist bis zur Unkenntlichkeit formatiert wurden damit die Mitsprache unmöglich wird. An dieser Stelle kann man eigentlich schon von Manipulation sprechen. Das bewusste schwere Formulieren wird genutzt um die Bevölkerung auf eine möglichst große Distanz zu halten zum Thema selbst.

Grund Nummer drei für das Fortschreiten des demokratischen Niedergangs ist unsere Medienlandschaft.

Ein kleiner Hörbeitrag von KenFM gesprochen von Ken Jebsen (auch zuempfehlen Georg Schramm- Systematische Volksverblödung für Kabarett- Freunde).

Ein paar wunderschöne rhetorische Mittel kamen hier gerade zum Einsatz und das kann man lernen, also das was man da gerade eben angehört hat, diese Art und Weise zu sprechen.

Eine der wichtigsten Gründe kommt aber jetzt. Das Anbieten von Mitteln damit man das machen kann was eigentlich ein Teil des Grundrechts ist.

Beispiel: Die Bildung

Im Grundgesetz steht nicht schwarz auf weiß, dass es ein Recht auf Bildungsfreiheit gibt, jedoch kann man es ableiten aus den Artikeln für Gleichberechtigung und Menschenwürde. Aber das es gleiche Chancen für jeden aus allen gesellschaftlichen Schichten nicht gibt lässt sich beispielsweise am BAföG beweisen. Die Bildung für jeden von uns hat der Staat zu finanzieren, aber beim Studium hört das auf. Da muss man selbst zahlen und zwar mit €uros. Die Leute, welche sich das nicht leisten können müssen BAföG anmelden und hoffen, dass sie dieses auch bekommen, wenn sie es aber nicht bekommen, dann können sie im worst- case- Fall nicht studieren. Ihre gesellschaftliche Herkunft schränkt ihre Menschenwürde und Gleichberechtigung ein.

Ein anderes Beispiel im wirtschaftlichen Bereich. Die entstandene Weltwirtschaftskrise im Jahre 1929 begann in den USA und eine Teilschuld hatte die Regierung damals. Sie hatte den Banken erlaubt „faule“ Kredite zu vergeben an die Menschen, welche zu wenig verdient haben um sich den amerikanischen Traum vom eigenen Haus zu ermöglichen. Die Regierung hat also mit gewissen Mitteln über die Missstände im Land eine Fassade gebaut. Wenn man jetzt den Vergleich dazu zu Deutschland zieht, dann ist jede soziale Leistung vom Staat eine Täuschung über die ökonomischen Missstände im Land, wenn man selbst sich nur dann auf den Beinen halten kann, wenn man eben diese Leistungen erhält.

Fazit: Die Regierungen und Medien unserer Zeit versuchen vieles um die Herrschaftsform „Demokratie“ leichter zu machen um besser ungestört herrschen zu können.

In diesem Sinne:
„Die große Strafe für alle jene, die sich nicht mit der Politik beschäftigen, besteht darin, dass sie von Leuten reagiert werden, die sich für Politik interessieren.“ Arnold Toynbee

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  1. #1 von Alien am August 6, 2012 - 7:01 pm

    Studieren KANN man schon. Mit Bildungskrediten. Allerdings ist man jahrelang bis über beide Ohren verschuldet.

    • #2 von erikschueler am August 6, 2012 - 7:05 pm

      WENN man bereit ist sich zu verschulden. Besserverdienende haben es da wesentlich besser, weil sie das Geld haben.

      • #3 von Alien am August 6, 2012 - 7:08 pm

        Ja, das ist das Problem.

        Übrigens gilt das nicht nur fürs Studium, sondern auch für etliche andere Berufe wo man teure Berufsschulen zahlen muss. Logopädie ist zum Beispiel unbezahlbar.

      • #4 von erikschueler am August 6, 2012 - 7:13 pm

        Das heißt, es gibt viel mehr im Bildungsbereich das grundgesetzwidrig ist. Jede andere Bezeichnung wäre eine Verharmlosung.

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