Nichts ist unmöglich – Guantanamo

Sensorische Deprivation

Ein Ort, wo Menschen keinerlei Rechte haben, wo Menschen behandelt werden, wie Schlachthaustiere, wo Menschen gezielt seelisch angegriffen werden. Dieser Ort hat einen Namen: Guantanamo Bay Naval Base. Ein Gefangenenlager mit Militärstützpunkt der US- Navy auf Kuba in der Guantánamo- Bucht.

Warum ist dieses Lager außerhalb der jeglicher Gerichtsbarkeit?

Das Lager liegt auf Kuba, einem Inselstaat, und ist kein Teil des amerikanischen Territoriums und genau deshalb kann kein amerikanisches Recht angewandt werden. Jetzt könnte man denken, dass Kuba Recht sprechen könnte dort, aber leider auch Fehlanzeige. Kuba musste, nach dem spanisch- amerikanischen- Krieg (vom 25. April bis 12. August 1898), das „Platt Amendment“ in seine Verfassung mit aufnehmen und hat damit der USA das Interventionsrecht geben, d.h. die USA können sich in die Politik und die Wirtschaft von Kuba einmischen und durch einen Zusatz können die Amerikaner Landflächen kaufen oder pachten. Jedoch hat auch Kuba nicht so viel mit Menschenrechten am Hut, denn in einer Diktatur machen sich die Rechte nicht so toll. Das Land, worauf das Gefangenenlager steht, ist eine solche gepachtete Fläche und auch legitim, auch wenn über den Pachtvertrag und dessen Gültigkeit sich Kuba und die USA uneinig sind. Der Vertrag wurde, nach Angaben der kubanischen Regierung, unter militärischen Druck geschlossen und ist nicht rechtsgültig, aber die Amerikaner sehen einen eingelösten Check für die Pachtgebühr als Zeichen für den Fortbestand des Vertrages. Auch sind die Häftlinge unter der Bezeichnung „ungesetzliche Kombattanten“ deklariert und genießen keine Rechte mehr, welche man beachten müsse.

Wie ist das Lager aufgebaut?

Das erste Camp, welches gebaut wurde ist Camp X-Ray. Es wurde vom Januar 2002 bis zum 29. April 2002 betrieben und konnte 320 Menschen aufnehmen. Es bestand zum großen Teil aus Käfigen, die im Freien standen innerhalb des Lagers, Schutz vor Witterungseinflüssen gab es also nicht. Privatsphäre war ebenso wenig gegeben und jede Tätigkeit mussten die Häftlinge unter den Augen der anderen Häftlinge verrichten und der Lageraufsicht. Das zweite Camp nennt sich Camp Delta und hat mal eine Anzahl von 1.000 Menschen fassen müssen. Es besteht aus sieben Lagern – Lager 1 bis 6 und dem Camp Echo. In diesen werden Inhaftierte gefoltert und verhört. Camp Iguana ist das dritte Camp und war kurz dazu da inhaftierte Kinder aufzunehmen. Mittlerweile werden dort Unschuldige untergebracht, welche aus bestimmten Gründen nicht in ihre Heimatländer überführt werden können.

Was macht das Gefangenenlager so grausam und menschenverachtend?

Es sind zum einen die Verhörmethoden und zum anderen die Behandlung der Inhaftierten. Eine gängige Verhörmethode war das Waterboarding. Hierbei wird der Ertrinkungstod simuliert, indem der Verhörte auf eine Rampe mit dem Kopf nach unten geschnallt wird und ein Tuch oder Knebel in den Mund bekommt, dann wird Wasser über den Kopf gelassen. In der Regel wird man nach weniger als einer Minute gefügig. Auch werden Drohungen bezüglich auf die Verfolgung von der Familie des Verhörten gemacht. Weitere abstoßende Methoden sind: Misshandlungen, Verstümmelungen, das Einreiben des Gesichtes mit Exkrementen oder Blut (von Tier- bis zum Menstruationsblut), stundenlanges Verharren in unangenehmen Positionen, Nahrungs- und Schlafentzug manchmal mit mehreren Wochen Haft in absoluter Finsternis, 20 stündiges Verhören, Androhung von einer Injektion mit Zysten eines Hundebandwurmes und das Experimentieren mit neuartiger Medizin an den Häftlingen. Die für mich schlimmste Folter ist die Abschottung von Reizen aus der Umwelt (Sensorische Deprivation). Hierbei wird dem Insassen eine Augenbinde, Ohrschützer, Atemmaske und Handschuhe angelegt, wobei sie noch knien und ihre Hände gefesselt sind (siehe obiges Bild). Folgen von dieser sogenannten weißen Folter sind: Halluzinationen, Störungen beim Bewusstsein des Menschen, beim Hunger- und Sättigungsgefühls, beim Schlafen, beim Stoffwechsel und allgemein sein danach folgender Umgang mit Menschen. Kurz um: Der Mensch ist danach vulgär und einfach gesagt im Arsch. Er ist nicht mehr lebensfähig, weder alleine noch in der Gesellschaft.

„Folter kann niemals ein Instrument zur Bekämpfung des Terrors sein, denn Folter ist selbst ein Instrument des Terrors.“  Kofi Annan

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  1. #1 von Alien am Mai 18, 2012 - 1:30 pm

    (Ironie an) Deshalb foltern die Amis dort ja auch nicht, sondern wenden nur erweiterte Verhörmethoden an. (Ironie aus)

    Was ich nicht verstehe ist, warum die US-Armee nicht US-Recht unterliegen soll. Denn Guantanamo ist ja ein US-Militärstützpunkt.

    • #2 von Markus am Mai 18, 2012 - 1:37 pm

      Weil den Amis im endeffekt die Menschenrechte scheißegal sind.
      „Oh wir dürfen Menschen nicht verletzen“
      „los lasst uns ‚Terroristen‘ töten!“

      • #3 von Alien am Mai 18, 2012 - 1:39 pm

        Das stimmt schon, leider. Auch wenn sie Menschenrechtsverletzungen immer wieder bei anderen kritisieren *lol*. Ich frage mich nur, was das für ein juristischer Blödsinn ist, auf einem US-Militärcamp kein US-Recht gelten zu lassen.

      • #4 von erikschueler am Mai 18, 2012 - 1:49 pm

        Es gilt ein Militärrecht soweit ich weiß
        und es gibt nur ein Gericht, welches
        juristisch eingreifen kann das Supreme
        Court.

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