Jugend und Politik?

Alleine die Hälfte der Leser wird schon beim bloßen Lesen der Überschrift in eine Art Koma gefallen sein, welches endet sobald man das Wort „Essen“ oder „Supertalent“ hört. Aber man glaubt es kaum es gibt tatsächlich Jugendliche die sich für Politik interessieren und sie gespannt verfolgen, wie ein siebenjähriger einen Cartoon, oder im heutigen Fall eine Anime Serie. Dennoch ist das Interesse eher gering in der heutigen Zeit. Und warum und vor allem wie das Desinteresse zustande kommt ist der Inhalt dieses Artikels.

In den 1980er Jahren war Politik und das Engagement dafür in der Jugend ganz groß und nicht wegzudenken. Warum? Klare Sache für die Geschichtsinteressenten unter euch. Die Mauer zwischen West- und Ostdeutschland, aufgebaut von der Sowjet- Union. Die Menschen damals haben sich verhalten, wie die Tiere es tun, wenn sie in Gefangenschaft geraten. Sie haben rebelliert, randaliert und ganz wichtig, sie haben sich organisiert auf eine Art und Weise, wie es nur Menschen können. Durch die immer stärker und immer schneller wachsende Masse von Empörten gelang schließlich die Grenzöffnung, im Volksmund der Mauerfall. Leider neigt der Mensch nach großen Taten dazu sich erst einmal frei zunehmen und die Beine hoch zu legen- Wer würde das nicht machen?- und genau DAS ist der Grund warum heute das Politikinteresse nicht mehr so groß ist wie noch vor 30 Jahren, der Mensch hat sich, wie ein alter Mann in den Schaukelstuhl gesetzt um sich nach dem Kraftakt auszuruhen. Aber wie jeder alte Mann wird auch dieser sich mal nach vorne lehnen um seinen Enkeln zu erzählen was damals so alles von statten ging und vor allem mit welchen Mitteln. Das wird und ist die Geburtsstunde von und einer neuen Ära, welche scheinbar schon angefangen hat, denn seit 2002 ist die Jugend positiver zur Politik eingestellt. Nur muss sich diese, gegenüber den Problemen und den Missständen in der Welt erst klar werden um eine Veränderung herbei zu führen, welche nur dann gelingt wenn man genug Empörung und dadurch ausreichend Motivation hat.

In diesem Sinne:

Sucht euch etwas in der Welt wofür es sich zu kämpfen lohnt, und sei es nun für die Politik oder für einen besonderen Menschen. Aber setzt den ersten Schritt bevor ihr es später bereuen werdet, dass ihr genau jenen niemals getätigt habt.

„Die große Strafe für alle jene, die sich nicht mit der Politik beschäftigen, besteht darin, dass sie von Leuten reagiert werden, die sich für Politik interessieren.“
Arnold Toynbee

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  1. #1 von Alien am Mai 8, 2012 - 7:54 pm

    „Leider neigt der Mensch nach großen Taten dazu sich erst einmal frei zunehmen und die Beine hoch zu legen“

    Wozu denn die ganze Rebellion, wenn man die Früchte nicht essen darf? Sich komplett ins Private zurückzuziehen ist sicherlich nicht optimal, aber eine gewisse Balance ist nötig. Nur Politik ist genauso zerstörerisch wie nur Biedermeier-Privatheit.

    • #2 von erikschueler am Mai 8, 2012 - 8:05 pm

      Ist auch richtig so. Nur muss man neue, kleine Rebellen machen mit seiner Geschichte. Man kann sich nicht immer aus allem raushalten.
      Stéphane Hessel macht das auch nicht. Französischer Diplomat und in den letzten Jahren 4-5 Mal in Palästina gewesen.

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