Wiederholung, Wieder-holung, Wie-der-ho-lung…

WIEDERHOLUNG. Ein Prozess den viele Menschen darin gehend verstehen, dass etwas nochmal in das Gedächtnis gebracht wird und das enthaltene Wissen gefestigt wird. Jedoch hat das Wort für die Meisten eine eher negative Bedeutung, denn sie müssen sich abermals mit altem Kram beschäftigen, welcher sie so sehr interessiert, dass sie schon ein chronisches Desinteresse entwickelt haben für das zu wiederholende Thema.

Das Wort Wiederholung setzt sich zusammen aus den Wörtern: „wieder“ und „Holung“, es wird also etwas „wieder“ „geholt“. „Wieder“ „geholt“ werden kann also nur die Vergangenheit in die Gegenwart. Wir „wiederholen“ also unsere Vergangenheit. Aber einen Moment  mal. Bekommen wir nicht von unseren Geschichtslehrern gesagt, dass wir aus unserer Geschichte lernen sollen und dieselben Fehler aus unserer Vergangenheit nicht zweimal machen sollen? Wir „wiederholen“ also unsere Geschichte, damit wir nicht den „wiederholten“ Fehler aus eben dieser Geschichte machen. Verrückt oder?

Aber mal was anderes. Lernen wir aus unserer Vergangenheit?

Sehen wir uns mal aktuelle Themen an.

Nehmen wir den Konflikt zwischen Iran und Israel. Deutschland schickt, wie auch andere Länder, Israel Waffen und Träger für atomare Sprengköpfe. Kurz: Wir rüsten Israel hoch bzw. auf. Da der Iran nicht nur von der Atommacht Israel umgeben ist fühlt man sich dort nur sicher, wenn man ebenfalls aufrüstet, dies geschieht mit der Hilfe von China und anderen Ländern. Es entsteht ein Wettrüsten. Wo in der Geschichte fand denn ein Wettrüsten statt? Vor dem ersten Weltkrieg, das Deutsch- Britische- Flottenwettrüsten. Es ist entscheidender Punkt zur Ursache des Krieges. Okay, ein Krieg ist noch nicht da zwischen dem Iran und Israel, aber die Wahrscheinlichkeit wird langsam größer. Deutschland wird also zum „Schreibtischtäter“, im Falle eines ausbrechenden Krieges. Schauen wir weiter ob sich da nicht noch etwas finden lässt. Der Krieg gegen den „Terror“. Islamistische Terroristen sollen der Auslöser gewesen sein. Jedermann ruft heute sobald es irgendwo kracht “Die Islamisten haben wieder zu geschlagen!“. Das ist auch eine Form des Rassismus, nämlich ein religiöser Rassismus. Das dieser stattfindet und das auch in Deutschland lässt sich beweisen (einfach mal googeln). Und durch wiederholen wird er immer und immer wieder aufgefrischt, wie eine Grippeschutzimpfung. Wiederholung hat aber auch den großen Nachteil, dass je häufiger ein Thema wiederholt wird, es immer weniger wahrgenommen wird. Wir wollen es nur nicht immer wahr haben.

Ein kleines Beispiel:

Je häufiger man im Fernsehen zeigt, wie ein alter Mann in der U- Bahn verprügelt wird, desto mehr sorgen wir dafür, dass Gewalt im Alltag Einzug hält.

Wir werden also resistent gegen ein Thema, welches immer wieder und wieder und wieder holt wird. Uns bleibt nur die Abstinenz von einer Wiederholung zu schwerwiegenden Themen. Ansonsten werden so gefühlskalt, dass es uns morgen nicht mehr jucken wird, wenn direkt vor unseren Augen jemand zusammengeschlagen wird.

„Die Bitte an die jungen Menschen lautet: Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass
– gegen andere Menschen,
– gegen Russen oder Amerikaner,
– gegen Juden oder Türken,
– gegen Alternative oder Konservative,
– gegen Schwarz oder Weiß.“
Richard von Weizsäcker

Und auch nicht gegen Iraner und Muslime.

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  1. #1 von jojo223 am April 25, 2012 - 4:05 pm

    Wiederholung kann aber nicht nur abstumpfen, sondern auch überempfindlich machen – man ist bereit, größere persönliche Einbußen für seine Sicherheit in Kauf zu nehmen (wenn wir bei dem Beispiel Terrorismus bleiben)
    Da sehe ich eher das Problem. Das wir durch ständige Wiederholung radikalisiert werden..

    • #2 von erikschueler am April 25, 2012 - 4:23 pm

      Das ist ein Effekt der eintrifft, wenn man in bestimmten Abständen das Schema F wiederholt. Wir werden bei Laune gehalten, wie ein Pferd an der Leine. Immer schön im Kreis und mit Scheuklappen.

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