Der Wahnsinn des unendlichen Wachstums

Viele wissen, dass unser heutiges Wirtschaftssystem der Kapitalismus ist, aber was heißt das eigentlich nun genau? Was bedeutet das für uns und unsere Gesellschaft? Was hat es für Vorteile und Nachteile, dieses System?

Der Kapitalismus, wie man schon hört lehnt an das Wort „Kapital“, es kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Kopf“, Anfang des 16. Jahrhunderts wurde es in Italien als „Vermögen“ verwendet um auszudrücken das Bauer xy ein Kapital an 20 Kühen hat, also eine Verwendung um eine Aussage treffen zu können wie viel Vieh jemand hat. Heute hat es die Bedeutung „Privateigentum“ oder „Geld“ oder einfach nur „Pfoten weg, das ist meins!“.

Der Kapitalismus funktioniert nur mit Privateigentum und freier Marktwirtschaft, für die die es nicht wissen, freie Marktwirtschaft heißt, dass die Preisbildung aufgrund von Nachfrage und Angebot festgelegt wird und die Politiker zuschauen, wie das Gras des „Immer-mehr“ (Profit) wächst. Ziel dieses exponentiell steigenden Grases ist, wer hätte es gedacht, zu wachsen und zu wachsen und…na ja zu wachsen. Je größer, desto schöner wird es. Nicht weil wir es so schön finden. Sondern weil es unsere Sorgen versteckt und das Problem was dieses Teufelsgras mit sich bringt. Es macht den Boden für die Zukunft unfruchtbar, wie zum Beispiel für unsere tollen Sonnenblumenkinder der Hoffnung, und zerlegt ihn, wie ein Puzzle in seine Einzelteile. Aber da dieses Kraut auf uns so beruhigend wirkt, weil es alles was wir brauchen in Unmengen vor uns in den Supermarktregalen erscheinen lässt, wie durch Zauberhand, und wir uns niemals wirklich bewusst werden, wo denn die ganzen schönen Sachen herkommen oder wohin sie wieder verschwinden, wenn wir sie nicht schnell genug aufbrauchen können, denken wir nicht mehr weiter darüber nach. Wir kaufen einfach. Wir kaufen einfach als ob es kein Morgen gäbe oder unser, verdammtes Leben davon abhinge. Niemand merkt das er eigentlich genug Klamotten im Wäscheschrank hat, genug Schuhe im Schuhregal hat, genug Essen im Kühlschrank hat, genug Musik- CDs im CD- Ständer hat oder genug Autos in der Garage stehen hat. Aber warum merkt es keiner? Ganz einfach, wir sehen Werbung rund um die Uhr, wir sehen andere Menschen shoppen gehen, wir sehen unser Ebenbild im Schaufenster vor dem Klamottenladen und dann sehen wir glückliche Menschen und haben das Bedürfnis zu kaufen, weil es ja scheinbar glücklich macht-Und wer will denn nicht glücklich sein?. Aber auf gut deutsch: WIR zerstören unseren Planeten mit diesem System, welches nur auf Dauer funktioniert, wenn wir unendlich viele Rohstoffe hätten. Da wir diese nicht haben ist es Wahnsinn, jenes fortzuführen. Der Kapitalismus hat uns viele neue Erfolge in unzähligen Industriezweigen gebracht, aber er ist auf kurz oder lang nicht mehr zu verantworten, weder für uns noch für irgendwen. Deshalb muss ein neues Wirtschaftssystem entwickelt werden, welches dem Menschen dient und welches darauf beruht für die Gesellschaft zu produzieren und das so, dass es sich jeder leisten kann und nicht auf Profit aus ist und die Ausbeutung fördert anderer Menschen.

Um es nochmal mit den Worten eines weisen Mannes zu sagen:

„Wir müssen den Rausch des „Immer- Noch- Mehr“ brechen.“ Stéphane Hessel

Advertisements

  1. #1 von Alien am April 22, 2012 - 8:25 am

    Schön geschrieben. Exponentielles Wachstum ist meiner Ansicht nach unmöglich. Es muss immer mehr dazukommen, als vorher dazukam. Lineares Wachstum ist realistischer.

    Daher ist im BGB ja auch der Zinseszins verboten (z.B. für Mahnungen), leider mit Ausnahmen für Konto, Kredite etc. Würde der Zinseszins durchgehend verboten, hätten wir nur ein konstantes lineares Wachstum, was wahrscheinlich schon leistbar ist.

    Man darf nicht vergessen, dass Wachstum nicht zwangsweise mehr Materielles bedeutet. Immaterielles Wachstum, z.B. durch Erfinden neuer Techniken, die Arbeitsabläufe erleichtern, und somit mehr Dienstleistungen zulassen, gilt auch als geldwertes Wachstum.

    • #2 von erikschueler am April 22, 2012 - 8:46 am

      Der Mensch muss begreifen, dass die Arbeit, die er verrichtet, immer mehr wird und er dafür zunehmend immer weniger Geld bekommt. Es sei denn du bist Manager oder etwas der gleichen.

      Wir müssen so wirtschaften, dass wir als Menschen so gut wie gar nicht mehr arbeiten gehen brauchen, denn es ist genug für ALLE da. Dadurch würde sich ein gesunder Lebensstandard entwickeln. Jedoch ist es fraglich ob er nachhaltig ist. Aber wenn wir in diesem Tempo weiter machen, dann seh ich schwarz für die Zukunft meiner Kindeskinder.

      • #3 von Alien am April 22, 2012 - 9:36 am

        Das heutige Wachstum ist tatsächlich Irrsinn, und vor allem nur geliehen. Vom Öl. Wir fördern täglich fast 82 Millionen Fass Öl. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: